Ein beimpfter Baumstamm trägt jahrelang. Du bohrst Löcher, schlägst Pilzdübel hinein, versiegelst sie – und ab dann arbeitet die Natur. Diese Anleitung geht durch, welches Holz taugt, welche Sorte darauf wächst und wie du vorgehst.
Welches Holz eignet sich?
Nur Laubholz. Nadelhölzer wie Kiefer, Fichte und Tanne funktionieren nicht, ebenso wenig Nussbaum und Robinie – sie enthalten Stoffe, die das Myzel hemmen.
- Sehr gut: Buche, Eiche
- Gut: Pappel, Weide, Birke, Ahorn, Hainbuche
- Nicht geeignet: alle Nadelhölzer, Nussbaum, Robinie
Das Holz muss frisch geschlagen sein, höchstens vier bis sechs Wochen alt, und die Rinde soll dran bleiben – sie hält die Feuchtigkeit im Stamm. Ideal sind 15 bis 30 cm Durchmesser, am besten 20 bis 25, bei 80 bis 120 cm Länge. Getrocknetes oder lange gelagertes Holz taugt nicht, ebenso wenig Stämme mit Fäulnis oder fremdem Pilzbefall.
Wann schlagen? Am besten zwischen Dezember und März, wenn die Bäume in Saftruhe sind. Dann hat das Holz die meisten Nährstoffe und die wenigsten Konkurrenz-Organismen.
Welche Sorte auf welchem Holz?
| Sorte | Holzarten | Erste Ernte | Ertragsdauer |
|---|---|---|---|
| Austernpilz | Buche, Pappel, Weide, Birke | nach 8–12 Monaten | 2–3 Jahre |
| Shiitake | Buche, Eiche (am besten), Hainbuche | nach 12–18 Monaten | 3–4 Jahre |
Der Austernpilz ist die robustere Wahl und kommt schneller – gut für den ersten Stamm. Shiitake braucht länger, trägt dafür aber ein Jahr mehr und ist aromatisch die interessantere Sorte. Geerntet wird bei beiden im Frühling und Herbst; beim Shiitake nach einem Kälteschock.
Kräuterseitling gehört nicht auf den Baumstamm. Diese Sorte wächst dort nicht gut – sie braucht angereicherte Substrate. Für Kräuterseitlinge nimmst du das Pilzbeet oder den Strohballen.
Was du brauchst
- PilzWald Pilzdübel – 40 bis 50 Stück pro laufendem Meter Stamm
- Bohrmaschine mit Holzbohrer, 8 bis 9 mm Durchmesser
- Hammer
- Wachs oder Bienenwachs zum Versiegeln, dazu einen Pinsel (optional, aber empfohlen)
- Maßband und Bleistift
Ein Stamm von einem Meter Länge und 20 cm Durchmesser braucht also rund 40 bis 50 Dübel. Faustregel: lieber etwas mehr als zu wenig – dicht beimpfte Stämme wachsen schneller durch.
Wann beimpfen?
Das Frühjahr ab März ist der beste Zeitpunkt. Wichtig ist, dass zwischen Schlagen und Beimpfen nicht mehr als vier bis sechs Wochen liegen – sonst siedeln sich andere Pilze im Holz an.
Schritt für Schritt
Zwischen Bohren und Impfen sollte möglichst wenig Zeit vergehen. Jedes offene Bohrloch ist eine Einladung für Fremdbewuchs.
Bohrmuster anzeichnen
Im Rautenmuster: horizontal alle 8 bis 10 cm um den Stamm, vertikal alle 15 bis 20 cm entlang des Stamms, die Reihen versetzt zueinander.
Bohren
Mit dem 8- bis 9-mm-Holzbohrer 4 bis 5 cm tief, also etwa so tief wie der Dübel lang ist. Leicht schräg nach unten, damit kein Wasser im Loch steht.
Dübel einschlagen
Mit dem Hammer bündig ins Loch treiben. Zügig arbeiten.
Versiegeln
Die Löcher mit warmem Wachs verstreichen. Das hält Feuchtigkeit im Holz und Fremdsporen draußen.
Aufstellen
Den Stamm schattig und windgeschützt lagern, am besten mit Bodenkontakt.
Und dann?
Jetzt kommt der Teil, der die meiste Geduld braucht: Das Myzel durchwächst den Stamm, und das dauert Monate. Beim Austernpilz erscheinen die ersten Pilze nach acht bis zwölf Monaten, beim Shiitake nach zwölf bis achtzehn. Danach trägt derselbe Stamm mehrere Jahre – zwei bis drei beim Austernpilz, drei bis vier beim Shiitake.
Halte den Stamm in trockenen Phasen feucht. Ansonsten musst du wenig tun.